Warum die Verwendung der Rute an Kindern in der Bibel nicht zu finden ist: Alte Wahrheit im neuen Licht ( 1.Teil )

von | Mai 8, 2017 | Erziehung, Glaubens Impulse

In vielen christlichen Büchern steht es außer Frage, dass es für Eltern, die der Bibel gehorchen wollen, Pflicht ist, die Rute (oder andere Arten von körperlicher Züchtigung) in der Kindererziehung anzuwenden.
Im Internet und in verschiedensten Büchern von „Christlichen Experten zum Thema Kinderziehung“ finden Sie genaue Informationen, wie Sie die Rute zu verwenden haben, zu welcher Gelegenheit, ab welchem Alter und mit welchem Material, wie oft, wie sehr es schmerzen soll, und wann es genug ist.

Rute

Wie in diesem Artikel erwähnt, habe ich schon viele Bücher rund ums Thema Erziehung gelesen. Besonders interessiert bin ich an der christlichen Literatur zu diesem Thema, da diese oft als „ultimative Wahrheit“ angepriesen wird. Autoren dieser Bücher beschreiben genau, wie die Kinder erzogen werden müssen, falls man Gottes Weisungen gehorchen will, und dazu gut erzogene Kinder haben möchte.
Die meisten dieser Bücher werden von Christen geschrieben, die die Bibel sehr ernst nehmen. Sie möchten die Biblischen Wahrheiten in die Familie und Erziehung mit einbeziehen.
Auch ich nehme den christlichen Glauben und die Bibel sehr ernst. Auch mir ist es ein Anliegen, meine Kinder in den Biblischen Wahrheiten großzuziehen.

Als ich im Frühling 2004 ein Seminar über Kindererziehung besuchte, wurde mein Herz und mein ganzes Denken über das Thema auf eine eindrückliche Weise geprägt. Catherine und Frank (verstorbenen 2010) Fabiano, (Autoren von „Die Herzen unserer Kinder berühren“) beides Psychologen und Pastoren waren die Referenten jener Veranstaltung. Ihr ganzes Seminar war sehr professionell und gleichzeitig Biblisch fundiert. Ich konnte dabei mein eigenes Herz als Kind darin erkennen und bekam gleichzeitig eine kostbare Grundlage, wie ich das Herz eines Kindes erreichen kann. Diese ganze Grundlage begleitete mich durch meine spätere Ausbildung zur Kleinkinder Erzieherin, bis hin zum selber Mutter sein.

Als ich später mit verschiedenen christlichen Büchern über Erziehung in Berührung kam, machte sich eine gewisse Zurückhaltung und Widerstand in mir breit, da diese Literatur nicht auf die gleiche Weise in meinem Herzen widerhallte, wie es dieses Seminar und das oben genannte Buch getan hatten.
Auf der einen Seite bewunderte ich die Hingabe der Autoren, der Bibel und dem, was dort steht, wortwörtlich zu gehorchen. Doch je mehr ich die Gnade Gottes in meinem Leben erfahren durfte, gerade in meinen Fehlern und meinem versagen, um so mehr zweifelte ich an der Interpretation der „Biblischen Wahrheit“, die in diesen Büchern zu finden ist.

In diesem Artikel werde ich mich mit einem diesen Themen auseinandersetzen:

.Der Einsatz der Rute in der Kindererziehung.

Wie schon oben erwähnt, steht es In vielen christlichen Büchern außer Frage, dass es für uns Eltern, die der Bibel gehorchen wollen, Pflicht ist, die Rute (oder andere Arten von Körperlicher Züchtigung) in der Kindererziehung anzuwenden. Im Internet und in verschiedensten Büchern von „Christlichen Experten zum Thema Kinderziehung“ finden Sie genaue Informationen, wie Sie die Rute zu verwenden haben, zu welcher Gelegenheit, ab welchem Alter und mit welchem Material, wie oft, wie sehr es schmerzen soll, und wann es genug ist.
Die Autoren dieser Bücher (viele davon haben ihren Ursprung in Amerika, aber ich habe auch schon Bücher von Deutschen oder sogar Schweizer Autoren gefunden) sind meistens sehr gottesfürchtig und glauben ernsthaft, dass sie Gottes Wahrheit verkünden. Es ist leider möglich ernsthaft falsch zu liegen und dies ist hier der Fall.

Rute

Mit der Rute ein Kind zu Züchtigen und jegliche andere Körperliche Züchtigung  ist nicht eine Anordnung Gottes, die in der Bibel zu finden ist. In diesem und den zwei folgenden Artikeln werde ich darauf eingehen, wieso ich so etwas sage. Und wieso ich eine gute Nachricht für Eltern und Kinder habe, was die betreffenden Verse in dem Buch der Sprüche angeht.

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Das Material, das ich Ihnen in diesen Artikeln präsentiere, ist nicht „neu“ oder durch eine Offenbarung empfangen worden. In der Tat, jeder Student der Bibel, der in der Lage ist, die Schrift in der ursprünglichen Sprache zu studieren, wird zur gleichen Erkenntnis kommen.
In diesem Artikel werde ich auf die Ergebnisse von Samuel Martin zurückgreifen, der ein Buch zu diesem Thema geschrieben hat.
Samuel Martin war während seiner Kindheit immer wieder in Jerusalem und ist seit 2001 dort mit seiner Familie sesshaft. Er kennt die Kultur, die Sprache und war daher in der Lage, das Buch der Sprüche im Kontext zu studieren; einschließlich der Kultur der post Biblischen und Biblischen Zeit, in der es geschrieben wurde.
Ich verfasse in diesem und den zwei nächsten Artikeln nur eine kurze Zusammenfassung seines Materials. Falls Sie nicht in der Lage sind, sein Buch “Thy Rod And Thy Staff They Comfort Me – Christians and the smacking Controversy” auf Englisch zu lesen, aber Fragen haben, dürfen Sie diese unten bei den Kommentaren stellen. Ich werde Ihnen, (im Zweifelsfall nach Rücksprache mit dem Autor) diese Fragen gerne beantworten.

Also, jetzt geht’s los:

Auf Seite 14 in meiner gedruckten Version des Buches, schreibt Samuel Martin, „Ich denke, es ist nicht angebracht, dass man einfach die fünf Verse in den Sprüchen zum Thema Rute zitiert, und dies als genügendes Beweismaterial ansieht, Kinder zu züchtigen und zu denken, dass es nicht mehr dazu zu sagen gibt.”

Dies ist auch meine Ansicht und ich war sehr gespannt, tiefer in dieses Thema zu gehen, dieses Mal mit der Lektüre dieses Buches.

 

Erster Teil seiner Erkenntnisse:
Im Hebräischen gibt es einen allgemeinen Ausdruck mit der Bedeutung „Sohn“ (Ben) und „Tochter“ (Bath). Dieser allgemeine Ausdruck wird hunderte von Male in der Bibel gefunden.
Wie in der modernen Deutschen Sprache die Begriffe „Neugeborenes“, „Säugling“, „Kleinkind“, „Kind“, „Teenager“, „Jugendlicher“, und „Erwachsener“ die verschiedenen Lebensphasen eines Menschen benennen, ist dies auch im Hebräischen den Fall.

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Nächste Woche werde ich jeden dieser Hebräischen Begriffe abdecken und die wichtigsten Fakten dazu erwähnen. Dann werden wir sehen, wie wichtig es ist, diesen Begriffe zu kennen und wie dies unser Verständnis zu diesen Versen im Buch der Sprüche über das „Anwenden der Rute“ verbessern wird.

Die Ergebnisse des Buches sind sehr interessant und aufschlussreich. Ich lade sie ein, nächsten Montag wieder vorbei zu schauen! Es ist kostbar, Klarheit zu bekommen was da wirklich geschrieben steht, und so das Leben auf der Grundlage der Wahrheit zu basieren, und nicht einfach auf dem, was „Erziehungs-Experten” als Wahrheit bezeichnen.

2 Kommentare

  1. Stephan Schumann

    Vielen lieben Dank für diesen tollen Artikel!
    Mein Name ist Stephan, ich bin 44 Jahre alt und ich war entsetzt, als ich vor Kurzem eine Tochter Gottes vor zukünftigen Müttern über die Vorzüge des “Kinderschlagens” predigen hörte. Ich sah einige andere Predigten von ihr und erkannte, dass sie sehr viel Lehre auf dem alten Testament und dem alten Bund aufbaut. Für mich war sofort klar: Die Sprüche wurden Salomo für die Zeit vor dem Kreuz gegeben, als die Gnade und die Wahrheit in Form von Christus noch nicht zu uns gekommen war (vergl. Joh 1,14) und als der Heilige Geist noch nicht ausgegossen war. Seit Jesus’ wunderbarem vollbrachten Werk vom Kreuz gilt der alte Bund nicht mehr für uns und wir müssen die ganze Bibel, auch das alte Testament, durch die Brille des Neuen Bundes bzw. des vollbrachten Werkes vom Kreuz betrachten. Die Sprüche wurden Salomo gegeben, nicht uns heute. Er war ein König, der eine ganze Nation regieren musste und da brauchte es natürlich Regeln bzw. Gesetze. Das Volk Israel war (und ist bis heute) Gottes auserwähltes Volk und da macht Er natürlich die Regeln. Was im Tanach, dem heutigen Alten Testament, steht, war nicht nur die Religion der Juden, sondern gleichzeitig Gesetz für den ganzen Staat. Die Leute waren noch nicht errettet und standen noch unter der Knechtschaft Satans.
    Nach dieser Predigt fragte ich mich, warum Gott uns Christen seit 2000 Jahren keine solche Anleitungen wie die Sprüche Salomos mehr gibt. Im Gebet musste ich weinen und sagte zu Jesus: “Kinder schlagen? Das ist doch niemals von dir! Wenn ich in den Evangelien lese, wie du mit Kindern umgegangen bist oder z.B. mit der Ehebrecherin (Joh 8,1-11), da sehe ich wie du wirklich bist.” Ich fragte mich auch: “Wenn eine Mutter (oder ein Vater) will, dass ihr Kind zu einem gläubigen und Gott gehorsamen Menschen wird, warum glaubt sie dann, dass sie hier die “Haupterziehungsperson” sei? Warum überlässt sie das nicht Jesus? Warum diese Kontrolle? Und warum mit Gewalt?” Die o.g. Schwester sagt in der Predigt, weil sie ihre Tochter geschlagen hat, ist sie heute eine so nette junge Frau und bei allen beliebt. Also ist Gehorsam vor Gott hier nicht das Motiv, das dahinter steht, sondern “bei Menschen beliebt sein”. Ich bin als Kind bis ins Erwachsenenalter von meinen dämonisierten, atheistischen Eltern mißbraucht und traumatisiert worden. Und sie haben mir das Gleiche beigebracht. Ich bin mir sicher: Diese Menschenunterwürfigkeit kommt nicht von Gott! Ich bin heute in einer christlichen Traumaseelsorge.
    Danke, Jeanne, dein Artikel hat so gut getan und er wirft für mich noch einmal einen Blick aus einer anderen Perspektive auf das Thema. Sehr gut!
    Liebe Grüße aus Deutschland!
    Stephan

    Antworten
    • Jeanne

      Wow Stephan, vielen herzlichen Dank für deine Zeilen!
      Ich kenne auch einige Predigten und ganze Erziehungsratgeber wieso man Kinder schlagen muss, wenn man sie “göttlich” erziehen will. Gerade in Amerika ist das in den “Christlichen” Kreisen sehr verbreitet und sie haben auch ihren Weg in die Schweiz (und sicher auch Deutschland) gemacht. Mein Herz blutet für diese Eltern, die ihren Gott nicht genug kennen um zu merken, dass dies niemals das Herz Gottes ist und Jesus mit so viel Sanftmut, Liebe und wahrer Autorität ist – und für die Kinder, die mit einem so falschen und verdrehten Gottesbild geprägt sind.
      Wow, so genial hast du dich auf dem Gebiet “Traumaseelsorge” ausgebildet!
      Deine Gedanken zu diesem Thema finde ich auch sehr Interessant; Ich befasse mich erst seit ein paar Monaten intensiv mit dem neuen Bund, vorher hatte ich diese Erkenntnis noch nicht, aber du hast recht, auch solche Bibelverse werden wir nie mehr gleich anwenden, wenn wir verstehen, dass wir alles durch die Brille vom neuen Bund und vollbrachten Werk am Kreuz her betrachten und verstehen müssen!
      Kennst du Reinhard Hirtler? Er lehrt über den neuen Bund und das vollbrachte Werk am Kreuz wie kein anderer (den ich kenne ;)) und das hat mein Leben sehr verändert.
      Wenn du möchtest, darfst du mir gerne deine Gedanken dazu in einen Artikel verfassen, und in etwas 1000-1500 Wörter beschreiben, was dir auf dem Herzen liegt.

      Herzlich, Jeanne

      Antworten

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