Wie können wir uns gegenseitig in unsere von Gott gegebene Persönlichkeit freisetzen?
Vor etwa einem Jahr schrieb ich einen Artikel mit dem Titel:
Wie ich mich vor Individualität in der Ehe fürchtete – und wie ich lernte, sie zu geniessen
Dort konnte man ein Gespräch lesen, das wir ein paar Jahre nach der Hochzeit hatten, wo ich Benny sagte:
“Benny, wir haben ein Problem!”
Er sah mich verwirrt an, neugierig, meine Gedanken zu hören.
Ich teilte ihm mit:
Mir ist klargeworden, dass ich ein Schiff bin und du ein Leuchtturm!
Jetzt sah er amüsiert aus.
“Und warum ist das ein Problem?” fragte er.
“Nun. Du bist so anders als ich. Ich bin ganz anders als du. Ich liebe es, auf hoher See zu sein. Ich fühle mich wohl dabei, viele Menschen oder Waren zu transportieren. Ich geniesse die Bewegung der Wellen und die Freiheit des weiten Meeres. (bildlich gesprochen)
Du bist dieser grosse, stabile Leuchtturm. Du bist fest in deiner Position, sicher und vertrauenswürdig. Aber du bist definitiv kein Schiff. Wie kann unser Leben da wirklich zusammenpassen?“
Die Antwort, die er mir damals gegeben hat?
“Nun, ich werde alles tun, damit du dieses wunderbare, schöne Schiff sein kannst, das sich frei auf dem Meer bewegen kann, ja, damit du die Person sein kannst, als die du geschaffen worden bist…. Wirst du dasselbe tun für mich?”
In diesem Artikel wollte ich dir an einem praktischen Beispiel zeigen, wie er das für mich macht…. und wie es mein Leben – und das Leben unserer Kinder – und hoffentlich auch die Menschen um uns herum beeinflusst und gestaltet!
Wie ich in diesem erwähnten Artikel beschrieben habe, sind Benny und ich sehr unterschiedlich.
Diejenigen von euch, die meine Artikel schon eine Weile lesen, wissen, dass ich öfters mit meinen Kindern Zelten gehe.
Dies beinhaltet eine 8-stündige Fahrt nach Südfrankreich.
Dort baue ich das Zelt auf und verbringe zwei bis drei Wochen Abenteuer.
Allein.
Oder zumindest ohne Benny.
Als Besitzer einer Autowerkstatt sind Frühling und Herbst seine „Hochsaisons“ – die Zeiten, in denen er viel zu tun hat.
Wenn die Leute über mich erfahren, dass ich oft alleine mit meinen Kindern weggehe, sind die Reaktionen ganz unterschiedlich. Von „Du bist verrückt“ bis zu „Ich bewundere Dich“, hat es alles schon gegeben.
Tatsache ist: Wenn ich den Mut und die Kraft dazu habe, dann wegen Benny.
Er war es, der mich sein Auto fahren ließ, praktisch ab dem Tag, an dem wir uns kennengelernt haben.
Ich war noch nie im Besitz eines Autos. Ich hatte zwar schon seit ein paar Jahren meinen Führerschein, aber mein Fahren war aufgrund mangelnder Erfahrung ziemlich unsicher. Aber seit dem Moment, wo wir uns getroffen haben, bis heute, lässt Benny mich fahren, wann immer ich will.
Auch wenn ich schon Strafzettel hatte.
Auch wenn ich ihm am Anfang wegen meines unsicherem Fahrverhaltens ein paar Beulen und Kratzer eingefangen hatte.
Heute bin ich ein guter Fahrer. Sicher und fähig. Heute weiss ich, wie man auf schmalen Strassen fährt, wie man parkt oder wie man bei starkem Verkehr fährt, und das auf entspannte Weise.
Deshalb kann ich sagen, dass es zu einem grossen Teil Benny’s verdienst ist, dass ich es heute wage, alleine mit meinen Kindern nach Südfrankreich zu fahren.
Er würde, ohne zu zögern, nach Südfrankreich kommen um uns zu „retten“.
Eine weitere Tatsache, die ich zutiefst schätze, ein weiterer Grund, warum ich den Mut und die Kraft dazu habe, alleine mit den Kindern nach Südfrankreich in die Ferien zu fahren, ist folgender:
Ich weiß, dass er, wenn es eine Notfallsituation geben würde – wenn zum Beispiel ein Kind oder ich sehr krank werden würden, ein politisches Problem oder eine andere unerwartete Situation entstehen sollte, mit der ich alleine nicht umgehen könnte -, nicht zögern würde, zu kommen und uns zu „retten“. Innerhalb der Zeit, die es dauern würde, um zu uns zu fahren, würde er bei uns sein.
In dem Wissen, dass er hinter mir steht, wage ich es, dieses Risiko einzugehen und mit meinen Kindern allein zu gehen.
Egal ob du denkst, dass ich bewundernswert oder verrückt bin, mit meinen Kindern zu solchen Campingurlauben zu gehen, etwas ist gewiss:
Ich hätte weder den Mut noch die Kraft, solche Abenteuer mit meinen Kindern zu erleben, wenn Benny nicht diese Einstellung hätte, mich gehen zu lassen, mich für meine Einzigartigkeit zu feiern und meinen Rücken zu stärken, wenn etwas schiefgehen würde.
Ich würde es nie wagen, diese 800 Kilometer nach Süden zu fahren, wenn er mir jemals gesagt hätte, dass mein unsicherer Fahrstil gefährlich ist und dass es besser ist, wenn er dieses Auto fährt.
Wir würden dieses Abenteuer zweifellos verpassen.
Nicht, weil ich nicht dazu fähig bin.
Ich habe diese Fähigkeit mittlerweile 6-mal unter Beweis gestellt, insgesamt ca. 15-18 Wochen.
Weder starke Regenfälle, starke Winde, außergewöhnlich kaltes oder warmes Wetter waren Probleme, mit denen wir nicht umgehen konnten. Wir erlebten viele Abenteuer und viele unerwartete Situationen. Staus, das Auto, das im Sand feststeckte, eine riesige Menge Moskitos und sogar ein gebrochener Arm oder ein fieberiges Kind waren keine unüberwindbaren Herausforderungen.
Siehst du, wegen dieser Haltung von Benny, der mich ermutigt, dieses „wunderbare, schöne Schiff zu sein, das sich frei auf dem Meer bewegen kann, damit ich die Person sein kann, zu der ich geschaffen worden bin“ – bin ich frei, immer mehr in meine einzigartige DNA einzutreten.
Ich tue dasselbe für ihn, auf jede erdenkliche Weise.
Wenn wir sehen, wie diese Einstellung, einander in der Ehe zu ehren, uns gegenseitig in unsere von Gott gegebene Persönlichkeit zu pushen, uns freimacht, immer mehr diese erstaunlichen und einzigartigen Menschen zu werden, als die wir geschaffen wurden, wenn wir sehen, wir dabei unsere Gaben und Talente entdecken, wie wir in unsere Identität und unsere Bestimmung hinein wachsen; wie viel mehr sind wir dann begeistert davon, genau diese Einstellung in das Leben unserer Kinder einzupflanzen.
Wie schon erwähnt gibt mir das Wissen, dass Benny jederzeit kommen würde, um uns zu retten, den Mut, diese Herausforderung anzunehmen.
Aber da ist noch etwas, was mindestens genauso freisetzend ist, wie dieses Wissen:
Er würde mir nie Vorwürfe machen. Er würde nie kommen, nur um mir dabei etwas zu sagen wie:
„Siehst du, ich habe es dir doch gesagt. Aber du willst immer Dinge anders machen, als ich sie tun würde.
Wenn du mir einfach zuhören würdest und es auf meine Weise machen könntest…“
Im Wissen wie viel mir seine Einstellung und sein Herz bedeutet, mich frei setzt… um wie viel mehr möchte ich diese Einstellung im Leben meiner Kinder (und die Leute um mich herum) anwenden?
Denn Tatsache ist: Gott hat uns alle erstaunlich erschaffen.
Er hat dich auf eine einzigartige Weise erschaffen.
Du kannst Dinge auf eine Weise tun, wie es andere Leute nicht können.
Du hast eine Mischung aus Gaben und Talenten, die niemand auf die gleiche Weise hat.
Du bist einzigartig.
Wie wunderbar ist es, wenn wir diese Eigenschaften in uns selbst entdecken. Wie wunderbar ist es, diese Eigenschaften in unserem Ehepartner, in unseren Kindern und in den Personen um uns herum freisetzen zu können…
1 Kommentar
Trackbacks/Pingbacks
- Zu unterschiedlich für eine glückliche Ehe? - Family that matters - […] Wie können wir uns gegenseitig in unsere von Gott gegebene Persönlichkeit freisetzen? […]
Liebe Jeanne!
Herzlichen Dank für diesen genialen Blog!
So ein Geschenk, euch persönlich und euch als Ehepaar und Familie immer besser kennen zu lernen!
Ich freue mich über diese eure Salbung und heisse sie in unserer Gemeinde von Herzen willkommen!!!
Shalom
Peter