Das Verabschieden vom Traumprinzen – um in einem echten Märchen zu leben

von | Feb 9, 2019 | Ehe, Persönliches wachstum

Hast du dir jemals andere Paare angesehen, in dem Gefühl, dass sie, im Gegensatz zu deiner Ehe, alles im Griff haben? Dass sie erfüllt und glücklich sind und eine märchenhafte Ehe führen?

Ich habe Paare getroffen, die perfekt aussahen. Ich habe zu ihnen aufgeschaut, bei ihnen schien alles perfekt zu sein. Familie, Arbeit, Dienst, Privatleben, gutes Aussehen.
Ich war bestrebt, diese Perfektion auch in meinem eigenen Leben zu erreichen.
Dann kam der grosse Schlag in das Leben eines solchen Paares: Scheidung. Ehebruch. Depressionen. Suchtverhalten. Kinder, die zu Erwachsenen wurden, ohne Bindung zu ihrer Ursprungs-Familie. 

Manchmal eine Mischung aus all diesen Dingen. Es traf mich jeweils hart, wenn ich davon erfahren hatte. Wie kommt es dazu? Warum? Von aussen habe ich das nicht kommen sehen!

Caroline Leaf erinnert uns daran, dass:

“Wir alle haben Kämpfe. Einige von uns fühlen sich wohler, sie zu teilen, andere nicht. Nur weil das Leben eines anderen einfacher, besser oder glücklicher aussieht als deins, bedeutet das nicht, dass es tatsächlich so ist. Vergleiche dich niemals mit der Highlightszene von jemandem.”

 Dies gilt insbesondere für die Ehe.

Heute bin ich an einem Ort, an dem ich sehr gut weiss, dass Benny und ich von aussen gesehen wie dieses glückliche Paar aussehen, das auch eine erfolgreiche und liebevolle Ehe führt.

Er sieht aus wie ein Traumprinz, der seine Prinzessin gefunden hat, und zusammen leben wir glücklich bis ans Ende unserer Tage.

Aber nun, auch unsere Realität ist eine ganz andere!

Eine andere, weil ich, im Gegensatz zu einem Traumprinzen Prinzen, einen “echten” Mann habe. Ein Mann mit Fehlern, Unvollkommenheiten und einer einzigartigen Wahrnehmung von Dingen, die ganz anders sein kann als meine eigene.
Anders, denn auch ich bin nicht Miss Perfekt. Ich bin nicht diese Art von Walt Disney Prinzessin, makellos und wunderschön sexy bei jeder Gelegenheit. Echte Frauen können ziemlich kompliziert und anstrengend sein.

Im Gegensatz zu einem romantischen Märchen ist er nicht dieser Traumprinzen, der mich vor meiner Einsamkeit und einer grausamen Stiefmutter gerettet hat. Er ist nicht derjenige, der mir ein Leben im Palast ohne Herausforderungen und Sorgen angeboten hat.
Benny zu heiraten, hat mich nicht in eine neue Identität katapultiert oder all meine tiefsten Herzenswünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse erfüllt.
Unsere Ehe ist nicht so, dass sie in das Bild von Liebesfilmen oder Romanen passt.

Es gibt keinen Traumprinzen. Es gibt kein „happely ever after“.

Das gilt für mein Leben. Auch kenne ich niemanden, bei dem alles perfekt ist. Ich habe von vielen Realitäten in Ehen gehört (manchmal aus meinem eigenen Umfeld), die weit entfernt von Traumprinzen und Märchen waren.

Heute glaube ich, dass ein Weg, uns vor einem solchen Schlag zu schützen, darin besteht, zu erkennen, dass es keinen Traumprinzen gibt. Die Bilder der “wahren” Liebe, die in Liebesfilmen und Romanen gezeigt werden, sind keine Realität.

Denn bei einer echten Ehe geht es nicht darum, einen Traumprinzen zu finden, und mit diesem bis ans Ende seiner Tage glücklich zu leben.

Wie Debra Filleta es in ihrem wunderbaren Buch “Choosing marriage”(Die Ehe wählen), Kapitel 1, beschreibt:

“Bei einer Ehe geht es nicht nur um dein Glück. Es geht nicht einmal um dich. Es geht um bedingungslose Liebe, die wir uns immer und immer wieder entscheiden, zu geben. Es geht darum, zu opfern, zu dienen, zu geben und zu vergeben, und dann das alles wieder von neuem zu tun. (…) Wenn die Kosten der Ehe zu hoch werden, überzeugen wir uns selbst, dass wir nichts mehr zu gewinnen haben und daher nichts mehr zu geben haben.
Es könnte nach einem dummen Streit sein.
Es könnte ein hitziger Moment sein, in dem Worte gesprochen wurden, die nicht zurückgenommen werden können.
Es könnte in der Mitte eines Missverständnisses liegen.
Es könnte in einem Moment sein, wenn das Vertrauen gebrochen ist.
Es könnte eine Zeit sein, in der deine Bedürfnisse nicht verstanden wurden.
Aber egal, was es ist, es wird einen Moment geben, in dem du die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten hast: Selbst oder Ehe: ICH oder WIR. Und in jedem einzelnen Moment wie diesem muss eine Entscheidung getroffen werden.“

Ich kenne Frauen oder Männer, die heimlich ihrer früheren Liebe nachtrauern. Mit der nagenden Vorstellung, dass sie ein erfüllenderes Leben mit dieser anderen Person hätten. Oder Frauen und Männer, die anfällig sind auf Affären, weil das Bild von einem Traumprinzen/einer Sexgöttin in ihrem Leben viel Platz einnimmt und sie sich bewusst sind, dass ihr Partner nichts mit dieser Wunschvorstellung zu tun hat.

Aber wie Debra Filleta es so eindrücklich beschreibt: Es geht nicht um uns. Es geht nicht darum, unseren Traumprinzen oder für Männer Ihre Sexgöttin zu finden. Es geht nicht um Ihr persönliches Glück. Es geht nicht darum, bis ans Ende seiner Tage in einer perfekten Welt glücklich zu leben.

Es geht um so viel mehr! Es geht um das echte Leben. Es geht darum, das Ideal von meinem Traumprinzen abzulegen und die Person an meiner Seite voll und ganz anzunehmen. Diese erstaunliche, schöne einzigartige Person zu sehen und wertzuschätzen.

Das Leben in einem Luftschloss wird mich der Realität, dem hier und jetzt berauben. Doch es ist nur im hier und jetzt, wo ich Geschichte schreiben kann.

Nur so kann ich in eine neue, wunderbare Realität eines eigenen, persönlichen Märchens eintauchen. Ein reales Märchen mit Benny, dass viel realer ist als ein Traumprinz je sein könnte.

Nur so können wir wirklich an unserer Ehe Arbeiten. Uns dafür entscheiden, Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Uns jeden Tag neu dafür entscheiden, einander zu lieben, und zu lernen, jeden Tag mehr als WIR und weniger als ICH zu gehen.

Benny und ich leben wirklich eine erfolgreiche, erfüllende Ehe. Nicht, weil wir alles im Griff haben und keine Herausforderungen antreffen. Vielmehr, weil wir uns entschieden haben, unsere eigene Geschichte zu schreiben und den anderen anzunehmen und wertzuschätzen für wer er ist.

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