Wie Offenbarungen einen schlechten Tag zum Guten wendeten

von | Juni 24, 2019 | Erziehung, Familienleben, Persönliches wachstum | 0 Kommentare

Hast du auch schon solche Tage gehabt, an denen du hart gearbeitet hast, obwohl du Schwierigkeiten hattest, dich zu konzentrieren nur um am Schluss festzustellen, dass du bei all deinem Einsatz nicht wirklich viel erreicht hast?

Nun, ich hatte letzte Woche einen dieser Tage. Es war einer der ersten wirklich heißen Sommertage. Ich hatte einige Schwierigkeiten, mich auf meinen Job zu konzentrieren, während um mich herum viel los war. Also arbeitete ich hart daran, mich um all die Aufgaben zu kümmern, die während des Tages entstanden. Aber am Ende des Tages wurde mir klar, dass meine Arbeit nicht wirklich einen großen Unterschied gemacht hatte.

Was ich nach dieser Frustration dringend gebraucht hätte, war ein Moment für mich selbst, um von der Anspannung des Tages herunter zu kommen. Doch meine Frau und meine Kinder hatten die Idee, ins öffentliche Schwimmbad zu gehen. So fragte mich Jeanne beim Mittagessen, ob ich am Abend auch kommen wolle, wenn ich mit der Arbeit fertig sei. „Ja, ja…“, sagte ich ihr. Ich dachte nicht weiter darüber nach.

Als der Abend kam, wäre das Letzte, was ich wirklich gewollt hätte, gewesen, zum Schwimmbad zu gehen, meine Rolle als Vater zu übernehmen und Spaß mit meinen Kindern zu haben.

Leider war der Akku von Jeannes Handy leer, so dass ich keine Gelegenheit hatte, sie zu kontaktieren und darüber zu reden, nicht zu kommen. Sie erwartete mich.

Als ich im Schwimmbad ankam, kamen zwei meiner Kinder sofort auf mich zu. „Jippieeeeee…Papi ist hier…!!“, mein Mädchen lachte und sprang voller Freude herum, in der Erwartung all der Möglichkeiten, die sich gerade ergeben hatten.

Zur gleichen Zeit ließ mich mein Dritter wissen: „Papi, ich will mit dir auf die Rutsche!“ Er wollte nicht alleine hinunter rutschen, deshalb hatte er den ganzen Nachmittag auf mich gewartet.

Nun, was macht man in einer solchen Situation? Mit Bedürfnissen, die so dramatisch variieren?

Natürlich hätte ich mich zusammenreißen und mich um meine Kinder kümmern können. Aber in diesem Moment war es einfach zu viel für mich. Ich setzte mich auf ein Handtuch und ging in den passiven Modus. Ich fühlte mich wirklich unwohl. Meine Kinder, die mich so eifrig erwartet hatten, verstanden nicht, warum ich nicht mit ihnen spielen und baden ging.

Wir gingen kurz darauf nach Hause.

Für den Rest des Abends waren die beiden Kinder, die mich so sehnsüchtig erwartet hatten – und insbesondere mein wunderbares Mädchen – nahe am Wasser gebaut.

Schon bei kleinen Dingen, die nicht ganz passten, weinten sie.

„Um Himmels willen… die Kids sind wirklich müde“, schloss ich daraus.

„Du bist müde!“, sagte ich zu meinem weinenden Mädchen, in bestimmten Ton.

„Nein! Ich bin NICHT müde!“, schrie sie auf und weinte noch heftiger.

„Doch, das bist du“, antwortete ich.

„Nein, bin ich nicht!“

Es wäre eine endlose Diskussion gewesen.

Also machten wir die Kinder bereit fürs Bett. Es war zu dieser Zeit, als mein Mädchen meiner Frau leise sagte:

„Mami, Papi ist heute so anstrengend….“

Jeanne ließ mich sofort wissen, was sie ihr gesagt hatte.

Also ging ich zu meiner Tochter, nahm sie in meine Arme und sagte zu ihr:

„Ich liebe dich, meine Mädchen! Das tue ich wirklich. Du bist eine so wundervolle Tochter.“

Natürlich nahm sie meine Liebe gerne an.

Und da hatte ich die Erkenntnis Nummer eins.

  • Ich hatte ihr eindringlich gesagt, dass sie müde sei. Nun, möchtest du, dass dir jemand mit solcher Sicherheit sagt, wie du dich fühlst, wenn du selbst am besten darüber Bescheid weißt? Also ich als Erwachsener würde das sicherlich nicht wollen. Warum sollte es bei Kindern anders sein? Natürlich ist es eine tolle Sache, wenn wir unseren Kindern helfen können, sich zurechtzufinden und ihre Gefühle zu benennen. Aber gleichzeitig gibt es wirklich verschiedene Möglichkeiten, wie wir miteinander reden können. Es hätte schon einen großen Unterschied gemacht, zu sagen: „Denkst du nicht, dass du müde bist?“ oder „Ich habe den Eindruck, dass du müde bist.“

Ich meine, das ist Lektion 1 darüber, welchen Ton wir wählen sollten, wenn wir als Erwachsene miteinander reden. Warum nicht mit unseren Kindern? Ich meine, wir wollen doch Vorbilder für unsere Kinder sein. Wir wollen ihnen Respekt beibringen. Warum nicht mit gutem Beispiel vorangehen?

Lektion gelernt.

Am nächsten Morgen, als ich die Bibel las, hatte ich die Offenbarung Nummer zwei:

  • „Natürlich! Meine Tochter hatte den ganzen Abend lang nicht realisiert, warum ich ihre begeisterte Unternehmungslust im Schwimmbad abgelehnt hatte. Dadurch, dass ich ihre Ideen ablehnte, fühlte sie sich als Person abgelehnt! Sie ist noch nicht in der Lage, den Unterschied zu machen.“

Beim Mittagessen entschuldigte ich mich bei ihr und erklärte ihr, was am Vorabend passiert war. Ich erklärte, dass die Ursache, warum ich für ihre Ideen am Pool nicht offen war, nicht sie als Person war, sondern meine eigene Müdigkeit vom Tag an der Arbeit.

Kinder nehmen solche Dinge immer persönlich. Sie haben schnell das Gefühl, dass sie selbst das Problem sind – es sei denn, wir lehren sie etwas anderes. Und wirklich, es macht doch so einen Unterschied, wenn wir sicherstellen, dass sie wissen, dass sie nicht das Problem sind.

Rückblickend hätte ich meinen Kindern gleich bei meiner Ankunft im Schwimmbad sagen können, dass ich einen harten Arbeitstag hatte, dass ich wirklich müde war und gerne ein anderes Mal mit ihnen spielen würde, weil ich sie liebe. Auch wenn das immer noch eine Enttäuschung gewesen wäre, hätte es ihnen gezeigt, wie wir offen darüber sprechen können, wie wir uns fühlen – und vor allem, dass sie geliebt sind.

Manchmal lernen wir diese Lektionen auf die harte Weise. Ich hätte es vorgezogen, wenn meine Kinder davor verschont gewesen wären, mich so zu erleben. Gleichzeitig erstaunt es mich, wie Kinder so schnell vergeben und weiter gehen. Als Eltern haben wir eine Vielzahl von Chancen, uns zu verbessern und es besser zu machen. Ist das nicht fantastisch?

Ich selbst bin so froh, dass ein Fehler nicht den letzten Einfluss auf meine Kinder hat, sondern dass ich daraus lernen, es beim nächsten Mal besser machen und das Leben mit meinen Kindern während diesem Prozess genießen kann.

Nur wenige Tage danach ging unser Mädchen zu einem Freund nach Hause. Eines der Geschwister dieses Freundes war nicht immer nett und freundlich.

Als meine Frau sie abholte und sie auf dem Heimweg fragte, wie ihr Nachmittag verlaufen sei, erklärte unser Mädchen, dass dieser bestimmte Bruder ihres Freundes sich nicht so nett verhalten habe.

Nach kurzem Nachdenken fügte sie hinzu:

„Vielleicht hatte er einen wirklich stressigen Morgen in der Schule und war einfach überfordert davon!“

Wir freuten uns über diese Aussage: Unser Mädchen hatte tatsächlich durch meinen Fehler und die Art und Weise, wie ich diesen korrigiert hatte, gelernt. Dies, weil ich ihr den wahren Grund für mein Verhalten erklärt hatte und ihr erläuterte, dass ein ruppiger Umgang viele Male – wahrscheinlich sogar meistens – nicht daran liegt, dass sie selbst etwas falsch gemacht hat, sondern ganz einfach daran, dass die Person persönliche Herausforderungen hat.

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